Die letzten 14 Tage

Zwei Wochen sind nun vergangen, seitdem wir das Projekt „windelfrei“ gestartet haben. Und das erstaunlich erfolgreich. Sämtliche Aufwachpipis haben wir seither erwischt. Oft sind die Nachtwindeln am Morgen noch trocken. Diese Gegebenheit verwirrte mich wirklich bisher am meisten. Denn in der Nacht halte ich ihn gar nicht ab… Und weil ich es nicht glauben konnte, habe ich so ein Guten-Morgen-Pipi mal gemessen. Über 100 ml waren es. Sehr beachtlich kleiner Mann! Aber zurück zur Zwischenbilanz – sogar die Großzahl der „großen Geschäfte“ und natürlich auch einiges zwischendurch haben wir abfangen können. Aber es geht natürlich immer noch vieles daneben. Doch darum geht es gar nicht. Denn wenn ich eines nach den zwei Wochen sagen kann, dann ist es, dass Julius jedes Mal zufrieden wirkt, nachdem er abgehalten wurde. Er lächelt mich an und freut sich. Er wirkt im wahrsten Sinne des Wortes „erleichtert“. Und jeder, der das selbst sieht, der weiß, dass diese kleinen Augen nicht trügen können. Genau das zeigt mir, dass ich den richtigen Weg gehe. Und ich freue mich, dass Julius sich freut. So einfach ist das.

Das Back-Up – Praktisch ist eben nicht gleich schön

So wird die Vorrichtung zum Auffangen von Ausscheidungen an Babys Körper bei windelfrei genannt *g* ALLES klar! Windelslips nehmen scheinbar die wenigsten dafür. Am besten eben wenig möglich Einwegmaterial benutzen. Diese Back-Ups haben auch ein viel kleineres Fassungsvermögen. Ist ja klar. Ist ja nicht dafür gedacht, es Stunden lang nicht zu wechseln, sondern eben mal das aufzufangen, wenn etwas daneben geht. Einige benutzen dafür Stoffwindeln mit auswechselbaren Vlieseinlagen. Andere klemmen hierzu einfach eine Mullwindel zwischen die Beine, die mit einem Hüftgummi gehalten wird. Das klingt für mich bisher am besten. Gut, wir werden so keinen Schönheitspreis gewinnen und Julius seiner Uroma (Die gute Frau ist 87 🙂 ) wird es das blanke Grauen ins Gesicht schreiben, wenn sie ihn so sieht. Jedoch ist es einfach und stört auch nicht beim Abhalten. Schnell die Mullwindel wegklappen und los gehts. Super!

Aber ist diese Lösung auch bei einem Krabbelkind vorgesehen? Julius ist mittlerweile doch schon sehr aktiv unterwegs. Dort wird sich hochgezogen, hier schnell hingesetzt. Ob da die Mullwindel am richtigen Fleck bleibt?

Wir probieren es aus!

Ich werde mal zu meiner Schwiegermama (die ich mittlerweile auch schon richtig infiziert habe 😀 ) rauf gehen und sie bitten, mir einen Lochgummi mit Bündchenstoff zu umnähen. Dann sehen wir weiter.

Welche Windel für windelfrei?

Zugegeben, diese Frage klingt ziemlich bescheuert. Doch das An- und Ausziehen zum Abhalten erweist sich mit herkömmlichen Wegwerfwindeln für Mama UND Kind als ziemlich nervenaufreibend. Bis die bis zum Mond dehnbaren „Flexi-Stripes“ mal auf sind, vergeht eine gefühlte Ewigkeit.

Überhaupt ist die normale Kleidung ziemlich windelfrei-unfreundlich. So langsam geht es hier bei uns nun mit dem Krabbeln richtig los. Immer wieder klappen zwei, drei manchmal vier Krabbelschritte. Und wenn ein Baby so fasziniert vom neuen Können ist ,dann gestaltet sich das Wickeln nicht einfacher, sondern sogar das Auf- und Zuknöfpen von Bodys oder das An- und Ausziehen von Strumpfhosen schon als sehr heikel… Und man macht es ja nicht nur alle drei, vier Stunden.

Deshalb – meine Idee – steigen wir ab sofort auf Höschenwindeln von der dm Eigenmarke um. Den Vorteil, den ich mir hiervon verspreche ist, dass ich somit nur noch Strumphose und Windel zum Abhalten herrunterschieben muss und nach erfolgten Pipi einfach wieder rauf. Klingt doch easy, oder?

Mal googeln, was das Internet dazu hergibt…

Und weiter geht die Suche…

… nach den besagten Signalen.

Nachdem wir doch recht viele Pipis abhalten können, zeigte mir Julius heute, dass er manchmal wohl einfach nicht muss, wenn ich ihn abhalten möchte. Wie er das macht? Er streckt sich durch. Ich erkenne nämlich nach wie vor nicht, weder an Gestik noch Mimik, wann Julius pinkeln muss. Ich mache es nach meinem Gefühl (Das wohl öfter sagt, dass er muss, als es tatsächlich der Fall ist) Hm… Ich muss wohl einen Gang zurückschalten und Druck aus dem Thema nehmen. Einfacher gesagt, als getan. Wenn die Dinge immer gleich so gut beginnen, ist man immer drauf und dran, die Dinge möglichst schnell zu steigern. Dass immer dieser Erfolgszwang mitschwingen muss. :-/ *kopfschüttel*

Was sich als sehr gut erweist, sind die aufgestellten Schüsseln im Kinder- und Wohnzimmer. Manchmal muss es einfach sehr schnell gehen mit dem Abhalten, dass ich nicht erst Zeit verlieren will, indem ich zur Duschwanne ins Bad laufe. Zudem ist die Schüssel am Boden eine sehr rückenfreundliche Variante. 😉

Timing… was für ein Wort…

10:44 Uhr… 12:44 Uhr, 13:26 Uhr, 13:40 Uhr, 14:04 Uhr, 15:15 Uhr, 15:59 Uhr, 16:20 Uhr…..

Das sind die gestrigen Pipi Uhrzeiten, während Julius ohne Windel durch die Gegend robbte 🙂 davon habe ich sogar schon drei, vier abgehalten. Obwohl ich kein Zeichen seinerseits ausmachen konnte. War das Zufall? Mich wundert das total. Nimmt Julius seine Körperausscheidungen tatsächlich noch so gut wahr, obwohl er schon fast acht Monat alt ist und bisher nur mit der Windel am Körper vertraut war? Natürlich ging auch echt viel in die Hose… ist ja logisch! Doch habe ich sogar am Nachmittag und am Abend noch den einen oder anderen Pipi abfangen können. Vor allem die nach dem Aufwachen.

Mich überwältigt das heutige Ergebnis total. Ich bin echt von den Socken… merkt man das eigentlich? 🙂 Wahnsinn…

ole oleeee *g*

Hm… ich bin auf heute gespannt. (und wie ich auf heute gespannt bin. Hihi.)

Das Projekt „windelfrei“ startet – Jetzt! Sofort!

Ich habe mich jetzt zwei Tage und Nächte versucht schlau zu lesen. Also, was ich jetzt weiß:

Das Allerwichtigste für mich ist, dass es sich hier nicht um einen Versuch zum Trocken und Sauber werden handelt! Sondern dass mein Baby ein (Ausscheidungs-)Bedürfnis hat und ich ihm die Möglichkeit geben möchte sein Bedürfnis zu verstehen und ernst zu nehmen. Eben genauso, wie ich seinen Hunger oder seine Ängste wahrnehme. Hierbei geht es einzig und allein um die Kommunikation zwischen mir und meinem Baby. Windelfrei ist quasi ein schöner Nebeneffekt…

Des weiteren – Babys pinkeln NICHT ununterbrochen. Unglaublich? Aber wahr!

Grundsätzlich kann jedes Kind in jedem Lebensalter windelfrei werden. Doch laut Empfehlung sollte man vor dem vollendeten sechsten Lebensmonat mit windelfrei beginnen. Da sei es einfacher. Ansonsten ist davon auszugehen, dass sich das Kind schon zu sehr an die Windel als Ort für seine Ausscheidungen gewöhnt hat und auch keine Signale mehr gibt. Gut… Julius ist nun fast acht Monate. Robbt fröhlich von einem Ort zum Anderen. Mit nackt auf die Decke legen und abwarten ist somit nicht mehr viel. Aber was macht das schon? *g* Alles noch im Rahmen 😉

Kennt jemand das Buch „Babyjahre“ von Remo H. Largo? Bestimmt… In dem Kapitel Trocken werden steht ein ganz kurzer Absatz zur Kommunikation des Babys. Der lautet wie folgt: „Einige Sekunden, bevor der Säugling Urin oder Stuhl ausscheidet, stößt er einen kurzen, charakteristischen Schrei aus und macht mit Körper und Beinchen ruckartige Bewegungen. (…) Weil wir aber darauf nicht reagieren, verliert sich das Verhalten nach einigen Wochen. Manche Kinder zeigen aber noch nach Monaten mit Schreien, motorischer Unruhe oder mimischen Reaktionen an, wenn sie die Blase oder den Darm entleeren müssen“

Jaaaa… wie fange ich das jetzt am dümmsten an?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Im besten Fall zeigt dir Dein Kind, dass es muss. Tut es dies nicht mehr, dann muss man sich entweder auf sein Gefühl (BAUCHgefühl… jaaaa, genau. Eben mal nicht google) verlassen oder eben Timing. Unter Timing versteht man, dass du Dein Baby nackt beobachtest, in welchem zeitlichen Rhythmus es Pipi macht. Das ist Vormittags öfters, da die Nieren in den Morgen- und Vormittagsstunden sehr viel mehr arbeiten. Nachmittags und Abend werden die Zeitabstände meist immer größer. Außerdem macht man sich zu nutze, dass Babys im Schlaf selbst (meistens) nicht urinieren. (Außer sie sind in einer Tiefschlafphase die alle Muskeln erschlaffen lässt.) Sondern erst kurz nach dem Aufwachen.

Und da ich bei Julius nicht wirklich ein Signal ausmachen kann, habe ich mich für die Variante „Timing“ entschieden.

Also, Windel ab und los. Ja, einfach ab. 🙂 Zum Glück haben wir in der Wohnung überall Laminat, PVC oder Fliesen. Alte Handtücher liegen bereit. Ach ja, und einen Notizzettel mit einem Stift. 😉 um die Uhrzeiten zu notieren.

Fortsetzung folgt…

Kraftakt Wickeln

Meeeein Gott! Ist wickeln anstrengend geworden. Mein kleiner Protz dreht und wendet sich, als wenn es nichts Schöneres gäbe! Und um diese 9,5 kg zu bändigen bedarf es einiges an Kraft und Ausdauer. Ja, es nervt mich sogar… Nicht, dass er sich dreht. Das ist ja ganz natürlich und verständlich. Die Windel nervt… die ist … nicht natürlich.

Dabei erinnere ich mich an die http://www.topffit.de Seite, über die ich in meiner Schwangerschaft stolperte, als ich mich über Alternativen zu Wegwerfwindeln informierte. Ich las damals kurz drüber, doch tat ich das ein paar Zeilen später als Hokus pokus ab. Vor allem, dass Neugeborene zum Teil alle 5-10 Minuten abgehalten werden müssen. Hallo? Totale Utopie! In den ersten Wochen nach der Entbindung erschien es mir dann erst Recht als unmöglich. Da waren meine Tage und meine Nächte mit Stillen, Herumtragen und (eben) Wickeln ausgefüllt.

Doch irgendwie lässt mich diese Idee des „windelfrei“ seins nicht los… Heute Nachmittag googlte ich nach Erfahrungen und Blogs. Werde sogar fündig. Anschließend eine kleine Auswahl:

http://windelfrei.unerzogen.de/?

http://windelfrei.blog.de/

http://www.ohne-windeln.de/

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewforum.php?f=21

Ich bin total sprachlos, dass Neugeborene sich bemerkbar machen, wenn sie „müssen“. Was? Wieso sagt einem das denn niemand? Kein Arzt, keine Hebamme, niemand? Warum verschweigt einem das die ganze Pampers-Industrie??? Scheiß Kapitalismus! Diesen ganzen Kikifax mit der Wickelei hätte es also gar nicht gebraucht? Ich bin schon wieder fassunglos…

Immer wieder lese ich, dass der beste Startpunkt jetzt sei… ich weiß nicht. Jetzt? Einfach die Windel ab und los? Und die Sauerei?